Wicked Grin – John Hammod Jr (2001)

Wicked Grin - John Hammond

John Hammond Jr ist ein Bluesman der ersten Stunde. Und obwohl er in den sechzigern im New Yorker Village neben Leuten wie Bob Dylan seine ersten Schritte im Musikgeschäft gemacht hat, ist er seiner Leidenschaft, dem puristischen, originalen Blues auch vierzig Jahre später in einer bescheidenen, aber nicht minder ernsthaften Beständigkeit treu geblieben. Dies, obwohl der Ruhm in massigen Dimensionen, wie auch finanzielle Grosserfolge für Hammond ausblieben.
Mich hat es nicht wenig erstaunt, dass Hammond mit „Wicked Grin“ ein Album veröffentlicht, welches – mit einer Ausnahme – ausschliesslich Tom Waits Covers enthält. Wenn man versucht ist, dem Sohn des legendären Produzenten gleichen Namens bei diesem Unterfangen kommerzielle Beweggründe zu unterschieben wird man hier mit zunehmendem Anhören der einzelnen Titel eines besseren belehrt: Trotz der Tatsache, dass „Wicked Grin“ für Hammonds Karriere in der Tat ein segensreiches Album war, wird einem nämlich spätestes nach den ersten drei Takes klar, dass es sich hier um eines jener Kleinodien handelt, welche uns seltenerweise nicht alle Tage zu Ohren kommt.
Neben dem Meister Waits himself, der nebst der Produzentenfunktion an der Gitarre mitschrammelt, haben sich die beiden alten Hasen natürlich diverse ebensolche Mitstreiter ins Studio eingeladen. Und mit Ihnen zusammen werden altbekannten Waits Songs in puristischer und erdiger Art und Weise neues und doch altbekanntes Leben eingehaucht. Luftige, altbackene Kontrabass- ud Drumsounds (26 Zoll Bassdrum), zwischen welchen sich die Orgeln von Augie Meyers und Bluesharps von Charlie Musselwhite anhören wie damals im Konzertsaal. Trotzdem und dies ist neben den Interpretationen der Songs für mich ein herausragender Punkt, sind Produktion und Klangqualität dieses Albums State-of-the-art und ein Hochgenuss.
John Hammonds scheint der perfekte Erzähler für dieses Kuriosum an Anektoten über Verlierer, Mörder, Diebe und all die anderen schrulligen Geschichten.
Obwohl dieses Album in sich ein Meilenstein darstellt, kann „Wicked Grin“ auch als idealer Einsteiger empfohlen werden, wenn sich jemand entweder dem Werk von Tom Waits und/oder dem von John Hammond Jr etwas nähern möchte.

Songs: *****
Produktion: *****

Cover+Booklet Artwork: ****

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

webdesign: luginbuehl.com