August and Everything after – Counting Crows (1993)

imagesWährend einem Kalifornien Aufenthalt im Jahr 1994 hat meine vom Maschinensound der achziger geplagte Seele dieses Album spontan aufgesogen wie einen Sonnenuntergang im Januar. Geschmackvolle, pure Gitarrenmusik, untermalt von Hammond, Piano und Akkordeonklängen. Darüber Adam Duritz‘ weinerlich-sentimentale Gesänge welche erfahrungsgemäss einen ziemlich polarisierenden Effekt auf Neuankömmlinge ausüben. Es überrascht nicht, dass mit T Bone Burnett hinter diesem Meisterwerk ein altbekannter Produzent steckt, der die junge Band hervorragend zu formen weiss. Er lässt weg was unwichtig ist und weiss geschmackvoll betonen zu lassen, was Sound und Stil der Band aus der Bay Area ausmacht und in den nächsten Jahren auch zuhauf kopiert werden wird. Obwohl sich Counting Crows mit den folgenden Jahren und Alben sowohl personell, wie auch stilistisch noch formen und wandeln werden, spürt man hier mehr als Potential. Mit diesem Erstling definiert die Band den gemeinsamen Kern und Nenner mit Leichtigkeit, auch wenn das Gerücht umgeht, dass beim Einspielen nicht alle Bandmitglider ohne fremde Hilfe auskamen.
Schon der Opener „Round here“ klingt dezent und mystisch an, ohne sich gleich anzubiedern. Dazu eine Gesangslinie, welche unkonventioneller nicht sein kann.
„Omaha“ dann, eine akustische Folknummer mit viel Akkordeon und wenig Drums. „Mister Jones“ wurde in allen Radiostationen zwar weltweit heissgespielt, gehört in meinen Ohren aber nicht zu den besten Songs des Albums. Unbedingt reinhören müsste man neben „Rain King“ und „Sullivan Street“ auch in „Raining in Baltimore“, eine Klavierballade oder „A Murder of one“, wo dann auch die Herkunft des Bandnamens offenbart wird. Eigentlich finde ich keinen Titel auf diesem Album, der abfallen oder nicht passen würde. „August and Everything after“ ist aus meiner Warte Pflicht und definitiv ein Meilenstein in der Rockmusikgeschichte.

Songs: *****
Produktion: *****

Cover+Booklet Artwork: ***

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